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Archäologie, Sprach- und Humanwissenschaften

In den 30er Jahren feierte die polnische Archäologie Triumphe. Der Ägyptologe, Archäologe und Kunsthistoriker Kazimierz Micha³owski (1901-81) errichtete an der Warschauer Universität den Lehrstuhl für Mittelmeerarchäologie. 1936-39 leitete er polnisch-französische Expeditionen nach Edf in Ägypten. Nach dem Krieg setzten die polnischen Archäologen ihre Arbeit fort. Professor Micha³owski erneuerte die alten Kontakte und bereits 1956 brach die erste polnische archäologische Nachkriegsexpedition nach Mirmeki auf der Krim auf. 1957 betrieb eine polnische Expedition Ausgrabungen in Tell Atrib in Ägypten und ab 1959 in Palmyra (Syrien) und Nos Paphos (Zypern). Im selben Jahr wurde auf Professor Micha³owskis Initiative die Polnische Station der Mittelmeerarchäologie der Warschauer Universität in Kairo eröffnet. Zu seinen herausragenden Leistungen gehören die Rekonstruktion des Tempels von Hatschepsut in Deir el-Bahiri, die dortige Entdeckung des Tempels von Thutmosis III. und die Leitung eines internationalen Expertenteams, das an der Rettung eines Felsentempels in Abu Simbel arbeitete, dem durch den Bau des Großen Assuan-Dammes die Überflutung drohte. Und schließlich entdeckte sein Team die Fresken in Faras. Seit den 70er Jahren veranstaltete die Station in Kairo (von da an Zentrum der Mittelmeerarchäologie der Universität Warschau genannt), Ausgrabungen in den Ländern Sudan, Irak, Ägypten, Syrien und auf Zypern. In vielen anderen Ländern nahmen polnische Spezialisten Konservierungsarbeiten vor.

Der polnische Arzt Ludwik Zamenhof (1859-1917) wollte mit seiner Kunstsprache Esperanto Menschen verschiedener Rassen und Nationalitäten die Verständigung erleichtern, sie einander näher bringen, und ihnen helfen, Vorurteile abzubauen. Er stützte sich dabei auf romanische und germanische Sprachen, reduzierte die Beugung auf ein Mindestmaß und führte stattdessen Kombinationen von Wortstämmen mit grammatischen Morphemen ein. Esperanto hat nur sechzehn Regeln, keine einzige Ausnahme und 100 000 Wörter. 1887 gab Zamenhof das Buch Internationale Sprache unter dem Pseudonym Dr. Esperanto heraus. 1908 entstand der Esperanto-Weltbund, der bis heute besteht und seit 1954 der UNESCO angehört. Esperanto wird schätzungsweise von 2,5 Mio. Menschen gesprochen.

Bronis³aw Malinowski (1884-1942) war ein berühmter Ethnologe und Sozialanthropologe. 1913 veröffentlichte er The Family among the Australian Aborigines. Die 1914-18 auf Neuguinea und den Trobriand-Inseln betriebenen wissenschaftlichen Forschungen stärkten seine Position als führenden Vertreter des Funktionalismus in der Anthropologie. (Funktionalismus: philosophische Lehre, die das Bewusstsein als Funktion der Sinnesorgane und die Welt als Funktion des Ichs betrachtet). Seine Bücher Das Geschlechtsleben der Wilden... und Argonauten des westlichen Pazifik weckten ein großes Interesse weit über Universitätskreise hinaus.


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