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Parteien

Seit der Wende 1989 haben sich die politische Landschaft und das Parteiensystem in Polen völlig verändert. Die damals herrschende kommunistische Ideologie unter der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei (PZPR) musste dem politischen Pluralismus Platz machen. Anfänglich gab es eine deutliche Teilung in Parteien, die aus der Bewegung der "Solidarność" entstanden waren und die anderen postkommunistischen Parteien. Diese Aufteilung verliert immer mehr an Bedeutung und die polnische politische Bühne gleicht sich den europäischen und außereuropäischen Standards an.

In Polens Parteien vereinigen sich Sozialdemokraten, Liberale, Konservative, Nationalisten, Bauern und Populisten. Formationen mit anarchistischen und faschistischen Tendenzen haben kaum einen Einfluss auf das politische Leben. Manche Kommentatoren und Politikwissenschaftler sprechen im Fall von Polen von einer traditionellen Teilung in Linke, Rechte und Zentrum, aber nur die wenigsten Parteien zeigen ein so klares Bild. Es gibt z. B. linke Politiker, die in Wirtschaftsfragen sehr liberal denken, sowie rechte Parteien mit sozialdemokratisch angehauchten Programmen, die von der freien Marktwirtschaft weit entfernt sind.

Zu den größten Parteien in Polen gehören:

  • Prawo i Sprawiedliwość (Recht und Gerechtigkeit)
  • Platforma Obywatelska (Bürgerplattform)
  • Sojusz Lewicy Demokratycznej (Demokratische Linksallianz)
  • Samoobrona Rzeczpospolitej Polskiej (Selbstverteidigung der Republik Polen)
  • Polskie Stronnictwo Ludowe (Polnische Bauernpartei)
  • Liga Polskich Rodzin (Liga Polnischer Familien)

Die Demokratische Linksallianz (SLD) ist 1999 aus einigen sozialdemokratischen Gruppierungen entstanden, wobei die Unterstützung durch die Parteiführer und die Strukturen der Socjaldemokracja Rzeczpospolitej Polskiej (Sozialdemokratie der Republik Polen) entscheidend war. Manche Mitglieder waren Anhänger der kommunistischen Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei, die vor der Wende in Polen das Sagen hatte. Die SLD ist jedoch eine moderne sozialdemokratische Partei, die die Sorge um die Bürger mit Verantwortung für die öffentlichen Finanzen verbindet.

Die Bürgerplattform (Platforma Obywatelska) ist im Jahr 2001 auf Initiative von Andrzej Olechowski, Donald Tusk und Maciej Płażyński (damals Sejmmarschall) entstanden, die früher Politiker in der Freiheitsunion, beim Liberal-Demokratischen Kongress und bei der Wahlaktion Solidarität (AWS) waren.
Die Bürgerplattform gruppiert um sich Wähler mit liberalen Ansichten, private Unternehmer und Geschäftsleute sowie all die Menschen, die für einen gesunden und starken polnischen Staat mit Marktwirtschaft und gesunder Konkurrenz sorgen.

Die Polskie Stronnictwo Ludowe PSL (Polnische Volkspartei) ist eine moderne Bauernpartei, die sich als Zentrumspartei sieht. Einst bildete sie eine Koalition mit dem Bündnis der Linksdemokraten und der Arbeitsunion. Die PSL vertritt Interessen der Landwirte, Dorfeinwohner und Kleinstädter. In großen Städten hat die Partei nur wenige Anhänger. Die PSL-Politiker knüpfen an die Traditionen der Bauernparteien und der Volksbewegung von vor dem Zweiten Weltkrieg und der PSL von Stanisław Mikołajczyk an. Es war die einzige unabhängige politische Partei in Jahren 1945-47.

Die Prawo i Sprawiedliwość PiS (Recht und Gerechtigkeit) ist eine Partei der Rechten. Sie knüpft an die Tradition der Unabhängigkeit und entstammt der Solidarność-Bewegung der 80er Jahre. Ihre Anhänger sprechen sich für eine traditionelle soziale Ordnung, freie Marktwirtschaft, einen starken und sicheren Staat und den Kampf gegen Korruption besonders unter Politikern aus. Die PiS entstand im Jahr 2001. Zu den bekanntesten PiS-Politikern gehören:

Viele Anhänger der Samoobrona Rzeczpospolitej Polskiej (Selbstverteidigung der Republik Polen) sind unzufrieden mit den sozial-politischen und wirtschaftlichen Veränderungen, die Polen nach 1989 erfahren hat. Samoobrona-Wähler sind Dorfbewohner und Kleinstädter, Arbeitslose, Mitarbeiter ehemaliger Staatsgüter (PGR) und Arbeiter ohne Qualifizierung. Die Politiker von Selbstverteidigung wurden zu Anarchiesymbolen, indem sie ihre Eigenart, laut und aggressiv zu protestieren, in die Sejmsitzungen mitgenommen haben und damit die Arbeit des Parlaments stören.

Die Liga Polskich Rodzin LPR (Liga Polnischer Familien) vereinigt Anhänger mit extrem rechten, nationalen Ansichten, ehemalige Politiker von Stronnictwo Narodowe (Nationale Partei), Ruch Katolicko-Narodowy (Katholisch-Nationale Bewegung) und Przymierze dla Polski (Bündnis für Polen). Die LPR ist als eine von sehr wenigen politischen Gruppierungen gegen Polens Integration in die EU. Die LPR-Politiker sprechen sich für eine weitgehende Intervention des Staates in die Wirtschaft aus. Gleichzeitig sehen sie ihre Hauptaufgabe im Schutz traditioneller Werte wie Familie, Patriotismus, Freiheit und Eigentum.

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