|
Russifizierung und Germanisierung
Nach dem Januar-Aufstand 1863/64 setzten im Königreich Polen gewaltige Repressalien ein und die nächsten politischen Aktivisten, Künstler und Soldaten flüchteten ins Ausland. Die Russifizierungsmaßnahmen verschärften sich, so dass z. B. Polnisch aus den Schulen und aus der Verwaltung verschwand. In den von Preußen besetzten Gebieten griffen die Behörden mehrmals rücksichtslos durch, um die Bevölkerung ihrer Germanisierungspolitik zu unterziehen. In Russland und Preußen war die katholische Kirche starken Repressalien ausgesetzt. Nur Galizien genoss eine relativ große Freizügigkeit. 1867 erhielt es einen autonomen Status, einen Landtag, eine polnische Verwaltung und polnische Schulen. Im Unterschied zu den von Preußen und Russland besetzten Gebieten herrschte in Galizien großes Elend und es gab - mit Ausnahme der Großstädte - einen sozialen Rückstand.
|