Die Grenzen
Die Grenzen des polnischen Staatsgebietes unterlagen in Vergangenheit oftmaligen Veränderungen. Während einige Regionen nur zeitweise zu Polen gehörten, gab es auch immerwährend polnische Gebiete entlang der Flüsse Warta (Warthe) und Wisla (Weichsel) sowie zwischen den Karpaten und der Ostsee. Vom 16. bis zum 18. Jh. hatte Polen eine Fläche von 1 Mio. km2. Vor den Teilungen (18. Jh.) betrug sie 733 000 km2. Im Jahre 1795 wurde Polen von Russland, Preußen und Österreich annektiert und verschwand für 123 Jahre von der Landkarte Europas. Die Fläche des 1918 wiedergeborenen polnischen Staates betrug 388 000 km2.
Polens heutige Grenzen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg von den Siegermächten Großbritannien, USA und UdSSR auf den Friedenskonferenzen von Jalta und Potsdam festgelegt, wodurch das Land 20% seines Territoriums einbüßte. Die Grenzen wurden in den Norden und in den Westen verschoben - die nördliche bis zur Ostsee, Warmia (Ermland) und Mazury (Masuren), die westliche bis zur Odra (Oder) und Nysa Łużycka (Lausitzer Neiße), die östliche verlief von nun an entlang des Flusses Bug. Polen vergrößerte damit seine Fläche im Norden und Westen um 100 000 km2 (Warmia und Mazury [Ermland und Masuren], Pojezierze Pomorskie [Pommersche Seenplatte], das Lubusker Gebiet, Dolny Sląsk [Niederschlesien] und ein Teil von Górny Sląsk [Oberschlesien]). Gleichzeitig verlor es einen Teil seiner Ostgebiete, die der UdSSR angeschlossen wurden. Außerhalb Polens befanden sich nach 1945 etwa 78 000 km2 des Vorkriegsterritoriums (Wileńszczyzna, Polesie, Wołyń, Podole). Infolge dieser Änderungen ist das heutige Territorium Polens mit jenem vor 1000 Jahren vergleichbar.



