Ereignisse
Preise für polnische Filme in Moskau
Jan Kidawa-Błoński
die Website: www.filmweb.pl/person/Jan+Kidawa-B%C5%82o%C5%84ski-47874
Preise für Filme „Różyczka“ („Das Röschen“) und „Rewers“ am Festival in Moskau
Jan Kidawa-Błoński bei der Verleihung des Preises für den Spitzenregisseur (Fot.: www.moscowfilmfestival.ru)
POLNISCHER REGISSEUR GEWINNT IN MOSKAU
Jan Kidawa-Błoński hat sich als der beste Regisseur am 32. Internationalen Filmfestival in Moskau erwiesen. Den höchsten Lorbeer hat ihm sein Film „Różyczka“ (ausgezeichnet mit Goldenen Löwen auf dem Polnischen Filmfestival Gdynia 2010) gebracht. Dargestellt hat der Regisseur ein gefährliches Spiel von Gefühlen in einem Dreieck zwischen einem Schriftsteller (Andrzej Seweryn), einer ihn spionierenden Agentin und später seiner Ehefrau (Magdalena Boczarska) sowie deren Liebhaber, einem Funktionär des Sicherheitsdienstes (Robert Więckiewicz), mit einem Höhepunkt während des polnischen März 1968.
Różyczka – Vorbote
Inspiriert wurde die Geschichte durch ein authentisches Ereignis aus dem Leben von Paweł Jasienica, einem in der Zeit der VRP hoch angesehenen Schriftsteller. Der Film weder beurteilt die Geschichte noch verurteilt Personen, er zeigt vielmehr eine Mehrdeutigkeit der Verflechtung von Gefühlen und Haltungen der Akteure unter bestimmten sozialpolitischen Umständen.
Kinovorbote für den Film REWERS
Der Film „Rewers“ (Goldene Löwen auf dem Polnischen Filmfestival Gdynia 2009), Regie Borys Lankosz, gewann im Rahmen des Moskauer Festivals den Wettbewerb des Autorenkinos „Perspektiven“. Einen interessanten polnischen Akzent bildete im Hauptwettbewerb ebenfalls der rumänische Film „Different Mothers“ (Reg. Mihai Ionescu und Tiberiu Iordan), dessen Drehbuch auf einem Ereignis beruht, das Krzysztof Kieślowski bei Dreharbeiten für den Dokumentarfilm „Dworzec“ („Der Bahnhof“) 1980 zuteil wurde.
Das Internationale Filmfestival in Moskau wird seit 1959 organisiert. Die St.-Georg-Statuette ging zuvor an die polnischen Filme „Ziemia obiecana“ („Gelobtes Land“) von Andrzej Wajda (1975), „Amator“ („Der Amateur“) von Krzysztof Kieślowski (1979) sowie „Życie jako śmiertelna choroba przenoszona drogą płciową“ („Das Leben als eine auf dem Geschlechtsweg übertragene tödliche Krankheit“) von Krzysztof Zanussi (2000).
300 Filme wurden dieses Jahr gezeigt, über 120 000 Zuschauer haben an den Vorführungen teilgenommen. Schon vor dem Festival war es bekannt, dass die Veranstalter der Nachkriegsgeschichte Mittel- und Osteuropas ihre besondere Aufmerksamkeit widmen wollen. „Es ging darum, Schöpfern aus diesen Ländern Möglichkeit zu geben, mit der sowjetischen Vergangenheit abzurechnen“, erklärte Nikita Kartsew, Filmkritiker der Zeitung „Moskowski Komsomolez“. Die meisten der Filmemacher haben das Thema zu direkt wahrgenommen. Die polnischen Bilder zeichneten sich vor diesem Hintergrund durch eine Option ohne eine negative Dominante in der Beurteilung der Zeit sozialistischen Realismus aus.



